Mit einem Gruppenvisum nach Kanada

In die Weiten Kanadas in den Urlaub fahren, das machen viele Touristen mit ihren Freunden oder ihrer Familie. Andere wiederum schließen sich einer bis zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannten Reisegruppe an. In der Gruppe lernen Reisende neue Menschen kennen, finden interessante Gesprächspartner und müssen nicht alleine zu Unternehmungen aufbrechen. Zudem kann die Organisation an die Reiseleitung abgegeben und die Zeit im Ausland daher so richtig entspannt genossen werden. Ob mit Freunden, Familie oder Unbekannten, das Reisen in der Gruppe hat meist noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: die Möglichkeit, ein Gruppenvisum zu beantragen.

Für Kanada gibt es leider keine Gruppenvisa mehr

Ab zehn Personen gab es früher ein Gruppenvisum für Kanada. 2016 wurde diese Einreisemöglichkeit jedoch geändert. Jetzt muss jeder Reisende eine elektronische Einreiseerlaubnis beantragen. Grund dafür sind strengere Kontrollen für Flugreisende. Die Einreisebedingungen und Voraussetzungen für Visa sind in vielen Ländern der Welt in den vergangenen Jahren angehoben worden. Weltweite terroristische Anschläge machen strengere Grenzkontrollen wieder nötig. Wo früher deutsche Staatsbürger gänzlich ohne Visum für bis zu drei Monate nach Kanada fliegen durften, müssen alle Reisende, inklusive der Deutschen, nun eine Einreiseerlaubnis vorlegen. Dabei gibt es ausgesprochen viele Anbieter, die Gruppenreisen nach Kanada offerieren. Mit eigener Anreise gibt es dazu Angebote bereits ab 2.500 Euro. Ob es durch einen der insgesamt 44 berühmten Nationalparks geht, zu den pulsierenden Metropolen wie zum Beispiel Montreal oder Vancouver, bis hin zu den Eisbären im schneeweißen Alaska oder ob eine Tour durch die Sandwüste ansteht, Kanada hat insbesondere für Gruppen viel zu bieten. Das zweitgrößte Land der Erde wird nicht umsonst jedes Jahr von zahlreichen Touristen besucht. Jeder einzelne Einreisende, ob er oder sie mit einer Gruppe reist oder nicht, muss jedoch mittlerweile seine eigene Einreiseerlaubnis beantragen.

Was es mit der Einreiseerlaubnis auf sich hat

Die Erlaubnis nach Kanada per Flugzeug einreisen zu dürfen, ersetzt das alte Touristenvisum. Sie macht den Einreiseprozess digital und damit schneller sowie kostengünstiger. Innerhalb von wenigen Minuten erhalten Antragsteller in der Regel ihre Bestätigung per E-Mail. Die offizielle Abkürzung eTA steht für electronic travel authorization. Sie gilt seit November 2016 obligatorisch für alle Reisende nach oder durch Kanada, die auf dem Luftweg in das Land kommen. Eine Gruppenbeantragung ist für die elektronische Einreiseerlaubnis nicht vorgesehen. Wer zum Beispiel mit seiner Familie einreist, muss dementsprechend so viele Anträge ausfüllen, wie Personen mitreisen. Die Gebühr für den Antrag ist ebenfalls pro Person fällig und muss pro Antragstellung separat bezahlt werden. Selbst für temporäre Bleibeerlaubnisse müssen separate Anträge gestellt werden. Auch minderjährige Kinder benötigen einen eigenen Pass sowie eine Einreiseerlaubnis. Wer als Elternteil alleine mit seinen Kindern unterwegs ist, sollte zudem darauf achten, eine Erklärung des Partners dabei zu haben, um eine Befragung wegen Kindesentführung zu vermeiden.

In vielen Fällen reicht eine Einreiseerlaubnis aus

Für einen Aufenthalt in Kanada können grundsätzlich drei Arten von Visa unterschieden werden. Das ist zum einen das alte Touristenvisum, nun abgelöst durch eine elektronische Einreiseerlaubnis. Zudem gibt es Studenten- sowie Arbeitsvisa. Je nach Anlass des Aufenthaltes muss dementsprechend vor der Einreise das richtige Visum beantragt werden. Deutsche Staatsbürger können ohne Visum nach Kanada einreisen, wenn sie:

  • für maximal sechs Monate als Tourist reisen
  • als Geschäftsreisender mit einer Hauptanstellung in Deutschland unterwegs sind,
  • keine Arbeit in Kanada aufnehmen, außer sie sind kurzzeitig am kanadischen Standort ihres internationalen Konzerns tätig,
  • nicht in Kanada studieren wollen, keine schulische Ausbildung machen und keine beruflichen Weiterbildungen besuchen,
  • bislang nicht bei einem Antrag auf Visum abgelehnt worden sind,
  • in der Vergangenheit noch nicht bei der Einreise abgelehnt worden sind.

Vielen Nationalitäten steht eine Einreise mit eTA zur Verfügung

Die kanadischen Gesetze schreiben vor, dass einige Personen sich beim kanadischen Konsulat persönlich vorstellen müssen, um eine Einreiseerlaubnis zu erhalten. Sie müssen zusätzliche Angaben machen und mehr personenbezogene Daten angeben. Für die meisten Nationalitäten kann die Einreiseerlaubnis jedoch online beantragt werden. Dieses Verfahren gilt nicht nur für Deutsche, sondern ebenfalls für alle nach Kanada reisenden Personen mit folgenden Staatsbürgerschaften:

  • Australien,
  • Andorra,
  • Antigua,
  • Barbuda,
  • Barbados,
  • Bahamas,
  • Belgien,
  • Brunei,
  • Chile,
  • Dänemark,
  • Deutschland,
  • Estland,
  • Frankreich,
  • Finnland,
  • Griechenland,
  • Großbritannien,
  • Hong Kong,
  • Italien,
  • Irland,
  • Island,
  • Kroatien,
  • Japan,
  • Lettland,
  • Litauen,
  • Liechtenstein,
  • Luxemburg,
  • Malta,
  • Monaco,
  • Neuseeland,
  • Niederlande,
  • Norwegen,
  • Österreich,
  • Polen,
  • Portugal,
  • Papua New Guinea,
  • Ungarn,
  • USA,
  • Samoa,
  • Schweden,
  • Schweiz,
  • Singapur,
  • San Marino,
  • Slowakei,
  • Slowenien,
  • Solomon Inseln,
  • Spanien,
  • Südkorea,
  • Tschechien,
  • Vietnam

 

Vorteile des eTA-Verfahrens

Strengere Sicherheitsvorkehrungen machen persönliche Visa unumgänglich. Die Umstellung auf ein elektronisches Verfahren bringt allerdings einige Vorteile mit sich. Zwar verlief die Beantragung des kanadischen Gruppenvisums durch die Kombination mehrerer Anträge schneller und war einfacher zu handhaben. Andererseits waren Reisende allerdings für die gesamte Dauer des Aufenthaltes an die Gruppe gebunden. Das elektronische Einreiseerlaubnis-Verfahren ist da flexibler. Reisende müssen vor Abflug nicht zum Konsulat, sondern können die bürokratischen Angelegenheiten vom heimischen Computer aus erledigen. Zugleich bekommen sie meist innerhalb von nur kurzer Zeit eine Antwort auf ihren Antrag. Geschäftsreisende müssen weiterhin ein klassisches Visum beantragen.

Schritt für Schritt nach Kanada

Reisende, deren Einreiseerlaubnis genehmigt wurde, können in Ruhe ihren Koffer packen. Die Erlaubnis ist bis zu fünf Jahre lang gültig. So lange haben Deutsche Zeit, tatsächlich nach Kanada einzureisen. Vor Ort dürfen sie schließlich bis zu maximal 90 Tage verweilen. Im Flugzeug erwartet sie das nächste auszufüllende Dokument. Auf einem Einreiseformular müssen Angaben zur Person, zum Aufenthalt und zum Anlass der Reise gemacht werden. Familien, bei denen maximal vier Personen zusammen reisen, die dieselbe Anschrift haben, müssen nur eines der Dokumente ausfüllen. Gemeinsam mit dem Pass muss es nach dem Ausstieg an der Grenzkontrolle vorgelegt werden, obwohl jeder Einreisende eine eigene Einreiseerlaubnis benötigt. Folgende Dokumente müssen daher im Flughafen griffbereit gehalten werden:

  • ein gültiger Reisepass,
  • die Bordkarte
  • sowie das Einreiseformular.

Kanada ist nicht Amerika

Wer es von Deutschland aus einmal bis nach Kanada geschafft hat, für den ist es meist naheliegend, einen Abstecher in die Vereinigten Staaten von Amerika zu machen. Dafür bedarf es allerdings eines amerikanischen Visums. Eine Einreiseerlaubnis nach Kanada ist nicht automatisch für die USA gültig. Flüge nach Kanada werden zudem meist mit einem Zwischenstopp angeboten. Sollte sich dieser Stopp in den USA befinden, müssen sich Reisende ebenfalls über die Einreisebestimmungen für die USA informieren.

Aufenthalt in den USA

Von Kanada aus lässt sich als Deutscher eine Einreise nach Amerika verhältnismäßig unkompliziert gestalten. Deutschland ist Mitglied im Visa-Waiver-Programm. Daher besteht für deutsche Staatsbürger in den Vereinigten Staaten keine Visumspflicht für einen Urlaubsbesuch. Bis zu drei Monate können sie vor Ort bleiben. Dazu benötigen Reisende, wie auch in Kanada, einen gültigen maschinenlesbaren Reisepass. Er muss mindestens für die Dauer des Aufenthaltes gültig sein. Neue Reisepässe, ausgestellt ab dem 26. Oktober 2006, müssen zudem über die Speicherung biometrischer Daten verfügen. Seit dem 12. Januar 2009 müssen Reisende zusätzlich eine Einreiseerlaubnis beantragen, die sogenannte ESTA. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie die kanadischen eTA-Anträge. Im Gegensatz dazu gibt es allerdings beim amerikanischen ESTA ein Gruppenverfahren. Jeder in die USA Einreisende muss zwar ein ESTA Formular ausfüllen, das kann bei einer zusammengehörigen Reisegruppe, wie beispielsweise einer Familie, praktischerweise als ein Antrag erfolgen. Einem bereits online ausgefüllten Formular, kann am Ende ein weiteres hinzugefügt werden, sodass der Antragsteller zwar für jede Person einen Bogen ausfüllt, allerdings insgesamt eine Sammelbestellung vornimmt. Trotzdem ist die Gebühr für jeden Antrag fällig. Die Bezahlung muss jedoch nicht länger separat erfolgen, sondern kann vom Antragsteller in einem getätigt werden. Insbesondere für Familien wird dadurch die Antragstellung erleichtert.